Wettbewerbe

Das Grundstück liegt am Schlusspunkt zweier dominanter Dorfstrassen mit alten, meist ungenutzten Bauernhäusern und am Anfang eines neuen Einfamilienhausquartiers mit vielfältigsten Baukörpern. Die Nachbarschaft zur Galerie Hofstatt bedeutet für das Pfarrhaus eine ziemlich grosse Lärmquelle an den Wochenenden.
Die gemeinschaftlichen Nutzungen des Neubaus sind dorfseitig und durch die besondere Form ablesbar. Die Pfarrwohnung befindet sich auf der Seite der Einfamilienhäuser.
Der Neubau soll mit seiner einfachen Dachform die grossen, geneigten Dächer der Bauernhäuser aufnehmen und gleichzeitig die Situation beruhigen in der vielfältigen Dachlandschaft des Neubauquartiers.
Die Eingangszone zu den Amtsräumen ist zum Dorf orientiert und wird durch einen Vorplatz als öffentliche Zone markiert. Das grosse Vordach soll einladend und beschützend wirken. Der sanft ansteigende Weg ohne Stufen führt, der Rundung des Saales entlang, zum Foyer.
Die Haustür zur Pfarrwohnung liegt am Ende des Fussweges und ermöglicht dadurch Privatheit.
Als Puffer gegen den Lärm dient die Gartenmauer, welche als Fortsetzung des Gemeinschaftsraumes den Gartensitzplatz gegen die Geräusche der Galerie Hofstatt abschirmt. Die Pfarrwohnung ist nach Süden und Westen orientiert, mit einem Sitzplatz mit Pergola.
Mit sparsamen Mitteln wird ein vielfältig nutzbares Raumprogramm angeboten:
Die Amtsräume und die Räume des Pfarrhauses sind so aneinandergefügt, dass eine sehr flexible Nutzung möglich ist. Das Pfarrhaus ist für einen Einpersonenhaushalt (Räume nur im EG) oder auch für eine grosse Familie (Einbezug aller Räume im OG) anpassbar. Es könnten also die Amtsräume durch Zimmer erweitert werden, die im Pfarrhaus nicht genutzt werden. Denkbar wäre, das Obergeschoss mit einer separaten Treppe als 2- bis 3-Zimmerwohnung oder als Einzelzimmer zu nutzen.
Der Unterrichts-/Andachtsraum kann mit wenigen Handgriffen unter Einbezug des Foyers in einen Konzertsaal, in Festräumlichkeiten oder in einen Raum für besinnliche, introvertierte Anlässe verwandelt werden.
Passive Sonnenenergie: alle Räume sind nach Süden orientiert, wärmespeichernde Zwischenwände aus Backstein und Tonböden im Innern, Beschattung im Sommer durch ein grosses Vordach und Lamellen bzw. Balkone. Eine gut isolierte Dachfläche ohne Unterbrüche und ein einfacher Baukörper aus zweischaligem Mauerwerk, mit sich wiederholenden Fassadenelementen aus Glas und Holz im Süden, gewährleisten eine kostengünstige Bauweise.
Als wirtschaftliches Heizsystem wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Niedertemperaturheizkörpern vorgeschlagen (Heizkörper sind besser regulierbar als Bodenheizung, was im Zusammenhang mit passiver Sonnenenergie wichtig ist). Sie kann direkt im Trockenraum installiert werden. In der Übergangszeit und im sehr kalten Winter ergänzt ein Warmluft-Cheminée-Ofen das System. Mittels Klappen wird warme Luft im Raum verteilt und kann auch ins Obergeschoss geleitet werden.
Eine kostengünstige Bauweise mit einheimischen Materialien: Backstein, Holz, Steinplatten und Gips. Diese sind bei sorgfältiger Auswahl ohne Mehrkosten giftfrei und auch ökologisch entsorgbar erhältlich.